Bei sonnigem Wetter machten sich heute 34 Freiwillige am Vormittag und 32 Freiwillige am Nachmittag mit Krampen, Scheren, Schaufeln und Rechen an die Arbeit, um einen Amphibientümpel im Naturschutzgebiet Teufelstein-Fischerwiesen in Kaltenleutgeben zu errichten. Dabei waren Biolog:innen und freiwillige Helfer:innen von Heideverein und Landschaftspflegeverein, LPV-Praktikant:innen und Freiwillige der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) im Einsatz. Auch gf. Gemeinderätin für Biodiversität Agnes Wühr sowie Umweltgemeinderätin Claudia Wolfert (Marktgemeinde Perchtoldsdorf) waren mit dabei. Der Wirtschaftshof der Gemeinde Perchtoldsdorf hatte Folie und Vlies zwischengelagert und ins Gebiet transportiert.
Zur Vorbereitung der Arbeiten schnitt unser Biologe Alex zunächst einige Gehölze rund um die Grube des späteren Teiches. In einem ersten Arbeitsschritt war bereits unter Anleitung von Biologin Irene vor einigen Wochen mit einem Bagger eine flache Grube ausgehoben und geformt worden. Der nächste Arbeitsschritt bestand darin, aus dem Bett größere Steine zu entfernen und den noch unebenen Untergrund mithilfe von Krampen zu glätten und zu ebnen.
Während der Arbeiten am Teich machten sich verschiedene Gruppen daran, anderweitige Arbeiten im Gebiet zu erledigen. So wurden einzelne Gehölze entfernt, um die Landschaft für wärmeliebende Arten offen zu halten, Kies für einen zukünftigen Tümpel umgeschlichtet und einen kleinen Bestand des invasiven, nicht heimischen Japanischen Staudenknöterichs (Fallopia japonica) mittels Teichfolie zum Absterben zu bringen, wofür zuerst einzelne Gehölze entfernt werden mussten.
Nachdem der Boden der Grube entsprechend vorbereitet worden war, wurde zunächst eine Schicht Vlies ausgerollt und die Vliesbahnen mithilfe von Heißluftpistolen an den Seiten verschweißt. Nach der verdienten Mittagspause wurde auf diese erste Vliesschicht anschließend die eigentliche Teichfolie gelegt, wobei für das Auflegen dieser Folie auf Grund des hohen Gewichts der Großteil der Anwesenden gleichzeitig anpacken musste. Auf diese Folie wurde danach noch eine weitere Schicht Vlies verlegt, die ebenfalls verschweißt wurde.
Anschließend wurde der grobe Kies mithilfe von Kübeln und Scheibtruhen gleichmäßig auf der Fläche des zukünftigen Tümpels verteilt. Durch die vielen Helfer:innen ging diese schwere Arbeit zum Glück rasch voran. Zum Abschluss wurde rund um den Tümpel einen Zaun aufgestellt, der am Boden zusätzlich mit den Stämmen der am Vormittag gefällten Gehölze verstärkt wurde. So wird sichergestellt, dass die im Gebiet vorkommenden Wildschweine den zukünftigen Amphibienlaichplatz nicht stören.
Amphibien sind in Österreich streng geschützt. Wassermangel und Ausbreitung von Krankheiten auf Grund des Klimawandels und die Zerteilung und Zerstörung ihrer Lebensräume durch Entwässerung, Bodenversiegelung oder Straßenbau gefährden sie umso mehr. Durch die Anlage dieses neuen Tümpels wird zusätzlicher Lebensraum geschaffen und ein wichtiger Beitrag zu ihrem Schutz geleistet.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz! Ein besonderer Dank gilt der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) für ihren engagierten Einsatz, ihr Know-how sowie die Finanzierung von Material wie Vlies, Folie und Schotter sowie eines Teils der Baggerarbeiten.
Mit ihrem tatkräftigen Einsatz sind die Freiwilligen ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region – unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an dem sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen.
Werde auch Du Teil unseres Netzwerks und schau bei unseren zahlreichen Exkursionen und Pflegeterminen vorbei. Nähere Infos findest Du hier.
Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Daniel Schultes, Praktikant LPV, erstellt.


























