Goldruten-Management in Kaltenleutgeben

Neun Praktikant:innen des Landschaftspflegevereins waren heute, angeleitet von Biologe Felix, auf verschiedene Naturflächen rund um das Naturschutzgebiet Teufelstein-Fischerwiesen in Kaltenleutgeben aktiv. Ein Fokus lag auf der Enfernung der invasiven Goldruten. © LPV/H. Straubinger
Die aus Nordamerika stammende Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und Riesen-Goldrute (Solidago gigantea) sind invasive Neophyten und können heimische Pflanzenarten verdrängen. © LPV/H. Straubinger
Während der Arbeit konnten zahlreiche Gottesanbeterinnen (Mantis religiosa) gefunden werden. © LPV/H. Straubinger
Das Rosmarin-Weidenröschen (Epilobium dodonaei) ist eine kalkliebende Pionierpflanze offener, schottriger Standorte und findet im ehemaligen Steinbruch der Fischerwiesen geeignete Lebensbedingungen. © LPV/H. Straubinger
Auch rund um den im März neu angelegten Amphibientümpel wurden Pflegemaßnahmen durchgeführt. © LPV/F. Hohn
Abseits der Pflegearbeiten gab es einiges zu entdecken, darunter diesen Mohrenfalter (Erebia sp.). © LPV/F. Hohn
Um einzelne offene Flächen im Naturschutzgebiet zu erhalten und miteinander zu verbinden, wurden kleinere Gehölze entfernt und zurückgeschnitten. © LPV/F. Hohn
Dadurch können größere zusammenhängende Offenflächen entstehen und wertvolle Lebensräume langfristig erhalten bleiben. © LPV/F. Hohn

Heute pflegten neun Praktikant:innen des Landschaftspflegevereins, betreut von Biologe Felix, verschiedene Naturflächen rund um das Naturschutzgebiet Teufelstein-Fischerwiesen in Kaltenleutgeben. Insgesamt waren sie von acht bis 16 Uhr im Einsatz und führten verschiedene Pflegemaßnahmen durch. 

Der Fokus lag zunächst darauf, die invasiven Goldruten (Solidago canadensis und Solidago gigantea) von den Flächen rund um das Naturschutzgebiet Teufelstein-Fischerwiesen zu entfernen. Damit soll verhindert werden, dass sich die Pflanzen weiter auf angrenzende Flächen und in das Naturschutzgebiet ausbreiten. Die ausgerissenen Goldruten wurden in Müllsäcke gepackt und anschließend fachgerecht im Restmüll entsorgt, da eine Entsorgung im Biomüll ihre weitere Ausbreitung begünstigen könnte. Auf den bearbeiteten Fläche konnten gab es dabei auch einige Naturbesonderheiten zu beobachten. So konnten zahlreiche Gottesanbeterinnen (Mantis religiosa) gefunden und das seltene Rosmarin-Weidenröschen (Epilobium dodonaei) entdeckt werden.

Anschließend ging es an die Gehölzpflege. Um einzelne offene Flächen im Naturschutzgebiet zu erhalten und miteinander zu verbinden, wurden kleinere Gehölze entfernt und zurückgeschnitten. Dadurch können größere zusammenhängende Offenflächen entstehen und wertvolle Lebensräume langfristig erhalten bleiben.

Das Naturschutzgebiet Teufelstein-Fischerwiesen umfasst auch das Gelände eines ehemaligen Steinbruchs. Nach dessen Stilllegung entstand durch einströmendes Grundwasser der heutige Steinbruchsee. Heute zeichnet sich das Gebiet durch ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume aus, darunter Fels- und Schuttstandorte, Trockenrasen, Gewässer und Tümpel.

Mit ihrem Einsatz leisten die Freiwilligen einen wichtigen Beitrag dazu, die besonderen Lebensräume des Naturschutzgebiet Teufelstein-Fischerwiesen langfristig zu erhalten. Sie sind ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region des Landschaftspflegevereins - des Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen - an der sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen.

Der Pflegetermin im Naturschutzgebiet Fischerwiesen ist eine Kooperation zwischen Heideverein und Landschaftspflegeverein.

Du möchtest dich auch engagieren und invasive Pflanzenarten melden? Über die kostenlose, internationale Naturforschungs-App iNaturalist haben wir das Projekt „Neobiota Netzwerk Natur Region Thermenlinie - Wiener Becken“ erstellt. Mittels hochgeladener Fotos kannst Du unkompliziert Sichtungen (invasiver) Neobiota melden. Die Bestimmung Deiner Funde übernehmen dabei Expert:innen online. So erleichterst Du die Kartierung und gezielte Bekämpfung problematischer Neobiota, unterstützt seltene Arten und Lebensräume, hilfst unsere Gesundheit zu schützen und hohe Folgekosten für Grünflächenpflege, Hochwasserschutz und Nahrungsmittelanbau zu vermeiden.

Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Helene Straubinger, Praktikantin LPV, erstellt.