Endlich war es wieder so weit – die erste von insgesamt drei Naturferienwochen auf der Perchtoldsdorfer Heide fand heuer von 13. bis 17. Juli statt. Gemeinsam mit 30 neugierigen Naturforscher:innen verbrachten wir fünf abwechslungsreiche Tage in der Natur. Neben spannenden Tierbeobachtungen blieb viel Zeit zum Spielen, Bauen, Basteln, Lesen und Entdecken.
Der erste Tag begann mit viel Energie, flott wurde die Perchtoldsdorfer Heide hinaufgewandert, um endlich loszustarten. Im Bildungsgarten angekommen, begannen wir mit einer Kennenlernrunde und einem gemeinsamen Gespräch über die Regeln für unsere Ferienwoche. Danach ging es auch schon ans Erkunden des Geländes. Mit Ästen, Heu und anderem Naturmaterial entstanden schon bald beeindruckende Tipis und andere Bauwerke. Bereits am Vormittag konnten die Kinder ihre erste Gottesanbeterin (Mantis religiosa) entdecken. Nach dem leckeren Mittagessen - es gab Spaghetti mit Bolognese bzw. verschiedenen vegetarischen Soßen - erwartete uns auf der Heide ein besonderes Highlight. Dort besuchten wir unsere Biologen Norbert und Felix und durften ihnen beim Zieselmonitoring über die Schulter schauen. Während wir im Schatten der Kiefern Tier-Laufspiele spielten, gelang es dem Team schließlich, zwei Ziesel (Spermophilus citellus) zu fangen. Die Kinder durften aus nächster Nähe beobachten, wie die Tiere wissenschaftlich untersucht, vermessen, gewogen und anschließend wieder freigelassen wurden. Besonders spannend war auch eine Große Sägeschrecke (Saga pedo), welche die Biologen den Kindern zeigten. Zurück im Bildungsgarten blieb noch Zeit zum Zeichnen, Basteln kleiner Boote und für viele gemeinsame Spiele.
Am Dienstag stand unser Waldtag auf dem Programm. Gemeinsam wanderten wir über die Heide zu einem schattigen Waldstück, das zahlreiche Möglichkeiten zum Spielen und Entdecken bot. Aus Ästen entstanden neue Tipis und fantasievolle Bauwerke, außerdem legten die Kinder einen Barfußweg an und gestalteten Traumfänger sowie kleine Kunstwerke aus Naturmaterialien. Natürlich wurde auch eifrig nach den Bewohnern des Waldes gesucht. Ein besonderer Fund war ein wunderschöner blau-schwarzer Alpenbockkäfer (Rosalia alpina), der von den Kinder begeistert betrachtet wurde. Auch Frühlings-Mistkäfer (Trypocopris vernalis) und eine Blindschleiche (Anguis fragilis) konnten entdeckt werden. Zwischendurch blieb genügend Zeit für Bewegungsspiele, Kartenspiele und die eine oder andere Runde Werwolf.
Den Mittwoch verbrachten wir wieder im Bildungsgarten und auf der Heide. Die begonnenen Tipis wurden weiter ausgebaut und verbessert, auf der großen Linde wurde geklettert und am Spielplatz entstand ein Spinnennetz aus Schnüren, das möglichst geschickt überwunden werden musste, ohne es zu berühren. Außerdem machten sich die Kinder mit Becherlupen auf die Suche nach Insekten und anderen kleinen Tieren. Neben zahlreichen Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und Langfühlerschrecken (Ensifera) konnte dabei auch ein Schachbrettfalter (Melanargia galathea) entdeckt werden. Zu Mittag stärkten wir uns mit Reis, Erbsen und Knackwürsten. Besonders schön war, dass an diesem Tag viel Zeit für freies Spielen blieb, sei es beim Werwolfspielen, Klettern, Forschen oder gemeinsamen Entdecken.
Am Donnerstag führte uns unser Ausflug zum Liesingbach. Obwohl der Tag mit leichtem Regen begann, klarte das Wetter bald auf und bot ideale Bedingungen für das Forschen im Bach. Ausgerüstet mit Keschern, Kübeln und Becherlupen wurden zahlreiche Wassertiere entdeckt, darunter Koppen (Cottus gobio), junge Fische, Libellenlarven, Wasserschnecken, Eintagsfliegenlarven sowie junge und ausgewachsene Signalkrebse (Pacifastacus leniusculus). Unsere Naturvermittlerinnen wussten spannende Geschichten zu den gefundenen Tieren zu erzählen. Daneben blieb genügend Zeit zum Lesen, Spielen, Werwolfspielen und zum kreativen Bemalen von Steinen und Wurzeln mit Straßenkreiden. Ein Eis am Nachmittag sorgte schließlich für die nötige Abkühlung.
Den letzten Tag ließen wir gemütlich im Bildungsgarten ausklingen. Noch einmal wurde nach Herzenslust gebaut, geklettert, gespielt und geforscht. Einige Kinder formten fantasievolle Figuren aus Ton, andere suchten ein letztes Mal nach Insekten, tobten sich am Spielplatz aus oder ließen sich beim Kinderschminken in Tiere und Fabelwesen verwandeln. Zum Mittagessen ließen wir uns an diesem Tag Kartoffeln mit Schnittlauchsoße, Schinken, Käse und Mais schmecken. Gemeinsam räumten wir anschließend den Bildungsgarten auf und ließen die Woche bei einem Abschlusskreis mit Kuchen ausklingen.
Wie jedes Jahr verging die Zeit viel zu schnell. Gemeinsam konnten wir eine Woche voller Naturerlebnisse, spannender Entdeckungen und unvergesslicher Momente erleben. Wir bedanken uns bei allen Kindern für ihre Begeisterung und ihren Forschergeist und freuen uns schon jetzt auf die nächste Naturferienwoche!
Anna, Gabi und Sarah












































