Problematische „Verschönerungen“ mit Gartenpflanzen auf der Heide

Der Muskatellersalbei (Salvia sclarea) ist bei uns nicht heimisch und stellt daher keinen natürlichen Bestandteil der von sich aus sehr arten- und blütenreichen Vegetation der Perchtoldsdorfer Heide dar. © FdPH/A. Mrkvicka

In den letzten Wochen wurden an vielen Stellen auf der Großen und Kleinen Heide sowie der Sewerawieseweit über hundert an offenen, unbewachsenen Bodenstellen im Trockenrasen von drei unbekannten Personen eingesetzte Pflanzen einer aus Südeuropa stammenden, bei uns nicht heimischen Salbeiart entdeckt. (Diese wurden von Heidebesucher:innen beim Pflanzen beobachtet.)

Die Heide gehört zu den arten- und blütenreichsten Gebieten in Ostösterreich, beherbergt über 300 heimische Pflanzenarten und bietet wildlebenden Bestäubern wie Wildbienen und Schmetterlingen von Februar bis November mit den Blüten der Trockenrasenpflanzen Nahrung. Gerade die offenen, unbewachsenen Bodenstellen im Trockenrasen sind ein sehr wichtiger Lebensraum für Wildbienen, die dort ihre Nester bauen oder für die Sägeschrecke als Eiablageplatz. Durch die großen, flach anliegenden Salbeiblätter werden diese offenen Bodenstellen bedeckt und es geht wertvoller Lebensraum verloren. Deshalb wurden die eingesetzten Salbeipflanzen vom Heideverein gezielt gesucht und möglichst vollständig entfernt und entsorgt.

Das Auspflanzen oder Ansäen von nicht heimischen Arten ist übrigens nicht nur nach dem Naturschutzgesetz verboten, es birgt auch die Gefahr, dass mit der Erde oder den Pflanzen bzw. Samen Krankheiten eingeschleppt werden und den heimischen Pflanzen und Tieren schaden.