Bei angenehmen Temperaturen kamen heute 17 Naturinteressierte zusammen, um an einer spannenden Trockenrasenexkursion auf der Perchtoldsdorfer Heide teilzunehmen. Begleitet wurde die Gruppe von unseren Heidevereins-Biolog:innen Alex und Irene. Die Heide ist ein wahrer Biodiversitäts-Hotspot. Hier treffen pannonische, alpine und submediterrane Einflüsse zusamme und bringen eine außergewöhnlich artenreiche Tier- und Pflanzenwelt hervor. Bei der Exkursion bot sich den Teilnehmenden die Gelegenheit, diese Vielfalt zu erkunden und Wissenswertes über die Erhaltung des geschützten Trockenrasens zu erfahren.
Gleich zu Beginn gab es eine kurze Einführung zu einer ganz besonderen Tierart der Heide: dem Ziesel (Spermophilus citellus). Die Teilnehmenden erfuhren wichtige Details über die Lebensweise dieser gefährdeten Nagetiere, die auf den kurzgrasigen Flächen einen sicheren Rückzugsort gefunden haben. Im Anschluss spazierte die Gruppe über den Trockenrasen, um die speziell an diesen extremen Standort angepassten Arten zu entdecken. Die botanische Vielfalt zeigte sich schnell von ihrer besten Seite. So bewunderten die Naturbegeisterten den Kleinen Wiesenknopf (Sanguisorba minor), eines der letzten leuchtend gelb blühenden Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis), das feine Federgras (Stipa pennata) sowie die purpurrote Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum). Auch die markante Teufelskralle (Phyteuma sp.) und der majestätische Diptam (Dictamnus albus) wurden eingehend besprochen. Die Orchideen-Fans kamen beim Anblick des seltenen Brand-Knabenkrauts (Neotinea ustulata) und der faszinierenden Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica) voll auf ihre Kosten. Zum krönenden Abschluss wurde sogar eine Sommerwurz (Orobanche) entdeckt. Als Schmarotzer besitzt sie kein eigenes Blattgrün und entzieht anderen Pflanzen raffiniert Wasser und Nährstoffe.
Ein zentraler Schwerpunkt der Exkursion lag auf dem Weidemanagement. Die Biolog:innen erklärten, warum die Beweidung für den Erhalt dieses offenen Lebensraumes essenziell ist. Was passiert, wenn die Pflege ausbleibt, erfuhren die Teilnehmenden eindrucksvoll an einem eingezäunten Naturdenkmal auf der Kleinen Heide. Diese Fläche wurde seit 1941 sich selbst überlassen. Das Resultat verdeutlichte das Problem der Verbuschung: Ohne menschliche Eingriffe und Beweidung verwandelt sich der wertvolle Trockenrasen in einen dichten Wald, wodurch die spezialisierten, lichtliebenden Arten dauerhaft verdrängt werden. Dass eine schonende Strukturierung dennoch wichtig ist, zeigte der Blick in einen Schaukasten. Dort wurde das Südliche Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavoniella) vorgestellt. Dieser seltene Nachtfalter benötigt für seine Entwicklung locker stehende Schlehengebüsche (Prunus spinosa).
Selbst als zum Ende der Führung hin ein recht ungemütlicher Wind aufkam, tat dies der guten Stimmung keinen Abbruch. Wir bedanken uns bei allen naturinteressierten Teilnehmer:innen für den spannenden gemeinsamen Abend!
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Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Natascha Habellöcker, Praktikantin LPV, erstellt.

















