Bei sonnigem Wetter waren heute Vormittag elf und am Nachmittag zwölf Helfer:innen für die wertvollen Trockenrasen am Goldbiegel in Perchtoldsdorf im Einsatz. Neben den Biolog:innen von Heideverein und Landschaftspflegeverein und den Praktikant:innen beteiligten sich auch einige motivierte Freiwillige aus der Bevölkerung (vier am Vormittag, vier am Nachmittag) an den Pflegearbeiten.
Zu Beginn erfolgte eine kurze Einführung in das Gebiet, bei der besonders auf die für diesen Standort charakteristischen und schutzwürdigen Arten eingegangen wurde. Hervorzuheben sind hier vor allem der Gelbe Lauch (Allium flavum), die Smaragdeidechse (Lacerta viridis) sowie die Adriatische Riemenzunge (Himantoglossum adriaticum). Danach ging es, ausgestattet mit Rechen, Scheren und Freischneider, unter dem Gezwitscher balzender Kohlmeisen (Parus major) an die Arbeit. Um die Fläche offen zu halten, wurden unerwünschte Gehölze wie Waldrebe (Clematis vitalba) und Feldahorn (Acer campestre) entfernt. Eine Hecke zwischen Trockenrasen und Weingarten wurde mit der Heckenschere getrimmt, um den Schattenwurf am Weinberg möglichst gering zu halten. Anschließend wurde im nicht beweideten Bereich mit dem Freischneider der bestehende Grasfilz geschnitten, um offenen Boden für die Trockenrasenarten zu schaffen.
Kurz vor der Mittagspause folgte ein informativer Exkurs zur Geschichte des Goldbiegels und zur landschaftlichen Entwicklung des Gebiets im Laufe der Zeit. Nutzung und Erscheinungsbild der Weinbaulandschaft mit allen Strukturen wie Böschungen, Trockenrasen und Obstbäumen haben sich über die letzten zwei Jahrhunderte stark verändert. Da sich auf dem Gelände auch eine Hiatahütte befindet, erklärte Biologin Irene die Aufgaben der damaligen Weinhiata und erzählte die interessante Geschichte rund um die Entstehung des Perchtoldsdorfer Hiataeinzugs. Nach einer stärkenden Mittagspause und einem Stück leckeren Apfelkuchens ging es am Nachmittag weiter zu einer zweiten Pflegefläche am westlichen Waldrand des Weinbaugebietes.
Auf einem Grünstreifen zwischen Weingärten und dem angrenzenden Wald stehen Weingartenpfirsich- und Mandelbäume, die im Zuge der Pflegemaßnahmen von stark wuchernden Waldreben (Clematis vitalba) und anderen unerwünschten Pflanzen befreit wurden. Austreibende Obstbaumunterlagen (Kriecherl) mit zahlreichen Ausläufern sowie aufgekommene Eschen (Fraxinus excelsior) wurden mit der Motorsäge entfernt. Zusätzlich wurde die Fläche auch hier mit dem Freischneider gemäht, um die Vegetation niedrig zu halten und einer weiteren Verbuschung entgegenzuwirken. Besondere Bedeutung hat der Wiesenstreifen aufgrund des Vorkommens der Schwärzlichen Flockenblume (Centaurea nigrescens), eine Art, die in der Region nur entlang des Wiesenstreifens und in Wien-Mauer vorkommt.
Wir bedanken uns vielmals bei allen freiwilligen Helfer:innen für ihren wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in Perchtoldsdorf!
Der Pflegetermin fand in Kooperation von Verein Freunde der Perchtoldsdorfer Heide, Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken und der Marktgemeinde Perchtoldsdorf statt. Alle Helfer:innen sind ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region - unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an der sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen.
Werde auch Du Teil unseres Netzwerks und schau bei unseren zahlreichen Exkursionen und Pflegeterminen vorbei. Nähere Infos findest Du hier.
Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Maximilian Riedel, Praktikant LPV, erstellt.

















