Trockenrasenpflege auf der Perchtoldsdorfer Heide

Beim Zurückschneiden der Hecke waren Astschere und Elektor-Motorsäge die richtigen Werkzeuge.© LPV/L. Strobl
Ausgerüstet mit Astscheren und Krampen im Einsatz auf der Perchtoldsdorfer Heide. © LPV/L. Strobl
Zahlreiche Freiwillige setzten sich heute für die wertvolle Perchtoldsdorfer Heide und ihre biologische Vielfalt ein. © LPV/L. Strobl
Zu Beginn gaben unsere Biolog:innen eine spannende Einführung in den besonderen Lebensraum der Trocken- und Halbtrockenrasen. © LPV/L. Strobl
Dann ging der Pflegeeinsatz auch schon los: Ausgerüstet mit Astscheren wurde eine Hecke auf der Kleinen Heide um ein bis zwei Meter zurückgesetzt. © LPV/L. Wollny
Das Schnittgut wurde auf Planen gesammelt und im Teamwork an den Flächenrand getragen. © LPV/L. Strobl
Wellenförmig statt gerade: Die strukturreiche Hecke fördert die Artenvielfalt – und die Arbeit machte sichtlich Spaß. © LPV/L. Strobl
Vor der Hecke wurden Flieder (Syringa vulgaris), Waldrebe (Clematis vitalba) und Liguster (Ligustrum vulgare) ausgehackt, um den wertvollen Trockenrasenpflanzen wieder mehr Platz zu verschaffen. © LPV/L. Wollny
Das Schnittgut wurde von der Fläche gebracht und gestapelt - es dient nun als Unterschlupf für verschiedene Tierarten. © LPV/L. Strobl
Voller Einsatz für die wertvollen Trockenrasen auf der Perchtoldsdorfer Heide. © LPV/L. Wollny
Je länger und mosaikartiger eine Hecke oder ein Waldrand ist, desto mehr Nischen finden verschiedene Arten zum Leben. © LPV/L. Strobl
Trotz wolkenverhangenem Himmel machten die Arbeiten für den guten Zweck großen Spaß! © LPV/L. Strobl
Unsere Praktikant:innen zeigten viel Einsatz beim heutigen Winter-Pflegetermin auf der Perchtoldsdorfer Heide. © LPV/L. Wollny
Die Arbeiten gingen gut voran. © LPV/L. Strobl
Zwischendurch durfte auch herumgeblödelt werden. © LPV/L. Strobl
Ausblick von der Kleinen Heide. © LPV/L. Strobl
Bis zum späten Nachmittag wurde fleißig weitergearbeitet, bevor schließlich alles zusammengepackt wurde. © LPV/L. Strobl
Kurze Fotopause und weiter geht's. © LPV/L. Strobl
Wir bedanken uns herzlich bei allen freiwilligen Helfer:innen für den wertvollen Einsatz und die tatkräftige Unterstützung! © LPV/L. Strobl
Das Ergebnis des Pflegeeinsatzes kann sich sehen lassen. Die wertvollen Trockenrasenpflanzen finden nun wieder mehr Licht und Platz zum Wachsen vor.  © LPV/I. Drozdowski

Bei wolkenverhangenem, aber nicht allzu kaltem Wetter widmeten sich heute vier unserer Biolog:innen gemeinsam mit acht Praktikant:innen des Landschaftspflegevereins der Heidepflege. Unterstützt wurden wir dabei vormittags von fünf, nachmittags von einem Freiwilligen aus der lokalen Bevölkerung.

Nach einer kurzen fachlichen Einführung zum Gebiet durch unseren Biologen Alex sowie einer Einschulung zur Werkzeugsicherheit durch Norbert und Luca ging es auch schon los. Auf der Kleinen Heide wurde eine Hecke um ein bis zwei Meter zurückgesetzt, damit sie den Halbtrockenrasen nicht überwächst. Dabei wurde die Hecke bewusst nicht gerade, sondern wellenförmig gestaltet – mit Buchten und vorspringenden Bereichen. Je länger und mosaikartiger eine Hecke oder ein Waldrand ist, desto mehr Nischen finden verschiedene Arten zum Leben. Gleichzeitig bieten die Buchten guten Windschutz und auch Bereiche, die sich in der Sonne besser aufheizen. Diese Wärme brauchen viele Insektenarten, aber auch Reptilien, um aktiv zu werden.

Vor der Hecke wurde Flieder (Syringa vulgaris), Waldrebe (Clematis vitalba) und Liguster (Ligustrum vulgare) ausgehackt, in einem Bereich die ausläuferbildende Hybridweichsel (Prunus × eminens) zurückgeschnitten. Zahlreiche nicht heimische Goldregen (Laburnum anagyroides) wurden ebenfalls aus den Gebüschen entfernt. Das Schnittgut wurde auf Planen gesammelt und in Teamarbeit an den Flächenrand getragen. Mit stacheligem Schnittgut wurden die Dornenbarrieren zum Schutz des Südhangs auf der Kleinen Heide ausgebessert. In Gebüschgruppen wurden aufkommende Eschen (Fraxinus excelsior) geringelt, um sie so zum Absterben zu bringen.

Während des Pflegeeinsatzes kamen auch Naturbeobachtungen nicht zu kurz: Wir machten Bekanntschaft mit einigen Siebenpunkt-Marienkäfern (Coccinella septempunctata) für welche die Holz- und Asthaufen auf der Heide ein ideales Winterquartier bieten. Weitere spannende Funde waren die Eipakete (Ootheken) einer Gottesanbeterin (Mantis religiosa), die Gewöhnliche Gelbflechte (Xanthoria parietina), ein Bioindikator für Stickstoffeinträge, sowie zahlreiche Gehäuse der Zebraschnecke (Zebrina detrita).

Zu Mittag stärkten sich alle mit warmer Kürbissuppe - gekocht von Irene und Alex, Tee, Kaffee, Kuchen und Krapfen, die Praktikant Torben als Abschiedsgruß mitgebracht hatte, um noch einmal Energie für den Rest des Tages zu tanken. Bis zum späten Nachmittag wurde anschließend fleißig weitergearbeitet, bevor schließlich alles zusammengepackt wurde. Zum Schluss gab es von Irene und Alex noch eine umfangreichere Einführung zur Geschichte und zum naturschutzfachlichen Wert der Perchtoldsdorfer Heide, einem Biodiversitäts-Hotspot in Österreich.

Wir bedanken uns herzlich bei allen freiwilligen Helfer:innen für den wertvollen Einsatz und die tatkräftige Unterstützung!

Der Pflegetermin fand in Kooperation von Heideverein, Landschaftspflegeverein und der Marktgemeinde Perchtoldsdorf statt. Alle Helfer:innen sind ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region.

Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Magdalena Riedl, Praktikantin LPV, erstellt.