Bei wolkenverhangenem, aber nicht allzu kaltem Wetter widmeten sich heute vier unserer Biolog:innen gemeinsam mit acht Praktikant:innen des Landschaftspflegevereins der Heidepflege. Unterstützt wurden wir dabei vormittags von fünf, nachmittags von einem Freiwilligen aus der lokalen Bevölkerung.
Nach einer kurzen fachlichen Einführung zum Gebiet durch unseren Biologen Alex sowie einer Einschulung zur Werkzeugsicherheit durch Norbert und Luca ging es auch schon los. Auf der Kleinen Heide wurde eine Hecke um ein bis zwei Meter zurückgesetzt, damit sie den Halbtrockenrasen nicht überwächst. Dabei wurde die Hecke bewusst nicht gerade, sondern wellenförmig gestaltet – mit Buchten und vorspringenden Bereichen. Je länger und mosaikartiger eine Hecke oder ein Waldrand ist, desto mehr Nischen finden verschiedene Arten zum Leben. Gleichzeitig bieten die Buchten guten Windschutz und auch Bereiche, die sich in der Sonne besser aufheizen. Diese Wärme brauchen viele Insektenarten, aber auch Reptilien, um aktiv zu werden.
Vor der Hecke wurde Flieder (Syringa vulgaris), Waldrebe (Clematis vitalba) und Liguster (Ligustrum vulgare) ausgehackt, in einem Bereich die ausläuferbildende Hybridweichsel (Prunus × eminens) zurückgeschnitten. Zahlreiche nicht heimische Goldregen (Laburnum anagyroides) wurden ebenfalls aus den Gebüschen entfernt. Das Schnittgut wurde auf Planen gesammelt und in Teamarbeit an den Flächenrand getragen. Mit stacheligem Schnittgut wurden die Dornenbarrieren zum Schutz des Südhangs auf der Kleinen Heide ausgebessert. In Gebüschgruppen wurden aufkommende Eschen (Fraxinus excelsior) geringelt, um sie so zum Absterben zu bringen.
Während des Pflegeeinsatzes kamen auch Naturbeobachtungen nicht zu kurz: Wir machten Bekanntschaft mit einigen Siebenpunkt-Marienkäfern (Coccinella septempunctata) für welche die Holz- und Asthaufen auf der Heide ein ideales Winterquartier bieten. Weitere spannende Funde waren die Eipakete (Ootheken) einer Gottesanbeterin (Mantis religiosa), die Gewöhnliche Gelbflechte (Xanthoria parietina), ein Bioindikator für Stickstoffeinträge, sowie zahlreiche Gehäuse der Zebraschnecke (Zebrina detrita).
Zu Mittag stärkten sich alle mit warmer Kürbissuppe - gekocht von Irene und Alex, Tee, Kaffee, Kuchen und Krapfen, die Praktikant Torben als Abschiedsgruß mitgebracht hatte, um noch einmal Energie für den Rest des Tages zu tanken. Bis zum späten Nachmittag wurde anschließend fleißig weitergearbeitet, bevor schließlich alles zusammengepackt wurde. Zum Schluss gab es von Irene und Alex noch eine umfangreichere Einführung zur Geschichte und zum naturschutzfachlichen Wert der Perchtoldsdorfer Heide, einem Biodiversitäts-Hotspot in Österreich.
Wir bedanken uns herzlich bei allen freiwilligen Helfer:innen für den wertvollen Einsatz und die tatkräftige Unterstützung!
Der Pflegetermin fand in Kooperation von Heideverein, Landschaftspflegeverein und der Marktgemeinde Perchtoldsdorf statt. Alle Helfer:innen sind ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region.
Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Magdalena Riedl, Praktikantin LPV, erstellt.





















