Trockenrasenpflege auf der Perchtoldsdorfer Heide

Ausgerüstet mit Krampen im Einsatz auf der Perchtoldsdorfer Heide. © LPV/J. FFischer
16 freiwillige Helfer:innen waren am Vormittag für die wertvollen Trockenrasen auf der Perchtoldsdorfer Heide im Einsatz. © LPV/J. FFischer
Am Nachmittag unterstützten uns 15 motivierte Helfer:innen auf der Kleinen Heide. © LPV/J. FFischer
Der Blutrote Hartriegel (Cornus sanguinea) bildet unterirdische Wurzelausläufern, die immer wieder austreiben. Sie wurden gezielt ausgehackt und nur dort wo besonders seltene Pflanzen wachsen, gezwickt. © LPV/J. FFischer
Durch das Entfernen des Blutrote Hartriegels (Cornus sanguinea) von der Fläche steht den seltenen Trockenrasenpflanzen wieder mehr Platz zur Verfügung. © LPV/J. FFischer
Großartiger Einsatz für die biologische Vielfalt auf der Perchtoldsdorfer Heide. © LPV/J. FFischer
Während der Arbeit konnten wir die wunderschönen Blüten der Großen Kuhschellen (Pulsatilla grandis) bewundern. © LPV/J. FFischer
Bei der Arbeit. © LPV/J. FFischer
Das Pflanzenmaterial wurde auf Planen gesammelt und gemeinsam an den Flächenrand getragen. © LPV/J. FFischer
Voller Einsatz für die wertvollen Trockenrasen auf der Perchtoldsdorfer Heide. © LPV/J. FFischer
Alle packten engagiert mit an. © Peer Szczepaniak
Verbuschung ist ein großes Problem für Trockenrasen - dieser wurde heute motiviert entgegengewirkt! © LPV/M. Riedl
Bis zur Mittagspause wurde engagiert weitergearbeitet und danach auf die Kleine Heide gewechselt. © LPV/J. FFischer
Dort wo der Blutrote Hartriegel (Cornus sanguinea) entfernt wurde, können sich die Trockenrasenpflanzen wieder ausbreiten. © Peer Szczepaniak
Am Nachmittag wurde eine große Hecke auf der Kleinen Heide zurückgeschnitten. LPV/D. Schultes
Beim Tragen des Schnittmaterials war Teamwork gefragt. © LPV/J. FFischer
Dank des motivierten Einsatzes aller Beteiligten gingen die Arbeiten rasch voran. LPV/D. Schultes
Oothek einer Gottesanbeterin (Mantis religiosa). LPV/D. Schultes

Bei bewölktem Wetter, aber milden Frühlingstemperaturen starteten heute Vormittag 16 Personen – darunter unsere Biolog:innen von Heideverein und Landschaftspflegeverein, Praktikant:innen und zahlreiche Freiwillige – mit der Trockenrasenpflege auf der Perchtoldsdorfer Heide. Beim Nachmittagseinsatz auf der Kleinen Heide waren insgesamt 15 Personen im Einsatz. 

Nach einer kurzen, spannenden Einführung zum Gebiet und den besonderen Pflanzen und Tieren ging es auch schon an die Arbeit. Zunächst nahmen wir uns einen Bereich vor, in dem sich vor allem Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea) mit seinen unterirdischen Wurzelausläufern im Halbtrockenrasen wächst. Dieser wurde zum großen Teil mit Krampen ausgehackt und in einem kleinen Bereich, wo besonders seltene Pflanzenarten vorkommen, bodennah mit Scheren abgeschnitten Außerdem wurden zahlreiche kleine und einzelne größere Weißdorne (Crataegus monogyna) herausgeschnitten und tote Bäume, die vom Rand der Fläche auf die Weidefläche umgefallen waren, zerschnitten und entfernt, um Schäferin Christa Veits die Zaunaufstellung zu ermöglichen.

Zu starke Verbuschung ist ein großes Problem für Trockenrasen, da die Gebüsche durch Beschattung zu einem kühleren, feuchteren Mikroklima beitragen und mit der Zeit den Trockenrasen überwuchern. Allerdings wurden nicht alle Gehölze entfernt: Neben manchen Sträuchern befinden sich z.B. Eingänge zu Zieselbauten. Die kleinen Sträucher dienen den Zieseln beim Verlassen des Baus als erste Deckung vor Greifvögeln. Zudem tragen gezielt belassene Gebüsche dazu bei, die Landschaft mosaikartig zu strukturieren und sind zum Teil auch wichtige Nahrungspflanzen für zahlreiche Insektenarten.

Während der Mittagspause kam die Sonne schön langsam heraus, die Großen Kuhschellen (Pulsatilla grandis) blühten auf und es konnte sogar ein Ziesel (Spermophilus citellus) gesichtet werden. 

Am Nachmittag ging es auf der Kleinen Heide weiter. Dort stutzte eine größere Gruppe eine Hecke auf einem Südhang zurück, da diese einen immer größeren Schatten auf den Hang werfen würde. Gerade dieser Südhang ist ein besonders wichtiger Lebensraum, da seine Ausrichtung ideale Bedingungen für Arten bietet, die auf sehr heiße und trockene Standorte angewiesen sind. Unser Biologe Norbert arbeitete dabei auch mit einer elektrischen Motorsäge, um bereits größere Gehölze zu entfernen. Vor allem stark verflochtene Waldreben, stachelige Rosen und Brombeeren stellten eine Herausforderung dar, da ihre dichten Ranken die Entfernung erschwerten.

Die anderen Helfer:innen widmeten sich am Nebenhang der Entfernung weiterer Gebüsche. Dabei konnten wir einige spannende Naturbeobachtungen machen: Wir fanden Rosetten der Adriatischen Riemenzunge (Himantoglossum adriaticum). Außerdem entdeckten wir die Oothek einer Gottesanbeterin (Mantis religiosa), auch eine Smaragdeidechse (Lacerta viridis) wurde erspäht. Mehrere Marienkäfer-Arten, darunter der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata), ließen sich beobachten.

Wir bedanken uns herzlich bei allen freiwilligen Helfer:innen für den wertvollen Einsatz und die tatkräftige Unterstützung!

Der Pflegetermin fand in Kooperation des Landschaftspflegevereins mit dem Heideverein und der Marktgemeinde Perchtoldsdorf statt. Alle Helfer:innen sind ein wichtiger Teil der Netzwerk Natur Region - des Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen des Landschaftspflegevereins, an der sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen.

Schau bei unseren zahlreichen Exkursionen und Pflegeterminen vorbei. Nähere Infos findest Du hier.

Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Daniel Schultes, Praktikant LPV, erstellt.