Heute waren unsere Heidevereins-Biolog:innen Irene und Norbert gemeinsam mit vier Praktikant:innen des Landschaftspflegevereins im Rahmen eines Pflegeeinsatzes auf der Heide unterwegs. Um 8:00 Uhr trafen sich die engagierten Helfer:innen am Heideparkplatz. Von dort aus arbeiteten sie sich die Heidestraße hinauf. Unter der fachkundigen Anleitung von Irene und Norbert wurden zahlreiche Individuen der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior), des Spitzahorns (Acer platanoides) und der Echten Walnuss (Juglans regia) geringelt, die die wertvollen Trocken- und Halbtrockenrasen zu stark beschatten.
Das Ringeln ist eine Methode, die eingesetzt wird, um Bäume gezielt und ohne mühsame, arbeitsintensive Nachpflege zum Absterben zu bringen. Mit einem speziellen Messer wird so weit unten wie möglich, rund um den Stamm herum ein 10–15 cm breiter Streifen Rinde abgezogen. Hierdurch wird der Nährstofftransport unterbrochen, das heißt, der Transport der bei der Photosynthese entstehenden Zucker zu den Wurzeln gestoppt. In der Folge stirbt der Baum in der Regel ab, insbesondere wenn die Rinde samt Kambium (das ist die Zellbildende Schicht) entfernt wurde und somit das Wieder-Schließen der Rinde deutlich erschwert wird. Das Ringeln erweist sich als effektiver als das Umschneiden eines Baumes, da deutlich seltener neue Triebe aus dem Boden austreiben.
Das Ringeln der Gehölze auf der Perchtoldsdorfer Heide ist notwendig, da es sich um ein äußerst schützenswertes Trockenrasengebiet handelt. Ohne Maßnahmen, die die Ausbreitung von Gehölzen eindämmen, würde die Heide relativ schnell verbuschen und verwalden. Durch gezielte Pflegemaßnahmen können die wertvollen Trockenrasenflächen und ihre besondere Artenvielfalt auch weiterhin erhalten bleiben.
Zusätzlich wurden im Laufe des Tages einige Pflanzen Muskatellersalbei (Salvia sclarea) entfernt, die von Besucher:innen entlang der Straße unerlauber Weise eingepflanzt worden waren. Die Art ist bei uns nicht heimisch und stellt daher keinen natürlichen Bestandteil der von sich aus sehr arten- und blütenreichen Vegetation der Perchtoldsdorfer Heide dar. Das Einbringen von Pflanzen auf geschützten Flächen ist zudem nicht erlaubt und kann sogar Schaden anrichten. Gebietsfremde Arten können sich unter geeigneten Bedingungen rasch ausbreiten und dadurch heimische Arten verdrängen. Desweiteren können über Erde mögliche Schädlinge - heimische oder nichtheimische - eingeschleppt werden, die wiederum eine Bedrohung für die Arten der Heide darstellen können.
Um 14:00 Uhr konnte die Arbeit für den Tag beendet werden. Ein großer Dank gilt den Praktikant:innen für ihren motivierten Einsatz an diesem sehr heißen Tag.
Die Pflegeaktion wurde in Kooperation von Heideverein, Marktgemeinde Perchtoldsdorf und dem Landschaftspflegeverein durchgeführt. Alle Partner sind Teil der Netzwerk Natur Region - unseres Netzwerks an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen, an dem sich bereits 23 Gemeinden, 3 Wiener Bezirke und zahlreiche Vereine, Schulen, Landwirt:innen und Unternehmen der Region Thermenlinie-Wiener Becken beteiligen.
Du willst auch gerne etwas für die heimische Artenvielfalt tun? Dann werde auch Du Teil unseres Netzwerks und schau bei unseren zahlreichen Exkursionen und Pflegeterminen vorbei. Nähere Infos findest du hier.
Der Bericht wurde unter Mitarbeit von Claudia Wolfert, Praktikantin LPV, erstellt.









