Ziesel- und Prädatorenmonitoring auf der Heide - Fortbildung für Praktikant:innen

Im Rahmen einer Exkursion auf die Heide mit unserem Biologen Felix erhielten acht Praktikant:innen des Landschaftspflegevereins spannende Einblicke in das Zieselprojekt und die damit verbundenen Monitoringmaßnahmen. © FdPH/F. Hohn
Das Europäische Ziesel (Spermophilus citellus) zählt zu den geschützten Arten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) und gilt in Österreich als stark gefährdet. © FdPH/F. Hohn
Blick über die Perchtoldsdorfer Heide. © LPV/R.V. Bichler
Im Rahmen der Exkursion wurden auch spannende Pflanzen wie die Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica) entdeckt. © FdPH/F. Hohn

Im Rahmen einer Exkursion auf die Heide mit unserem Biologen Felix erhielten heute acht Praktikant:innen des Landschaftspflegevereins spannende Einblicke in das Zieselprojekt und die damit verbundenen Monitoringmaßnahmen. Bei der Fortbildung ging es darum, den Teilnehmer:innen den fachlichen Hintergrund des Projekts sowie den Aufwand, der hinter dem Schutz dieser besonderen Tierart steht, näherzubringen.

Unser Biologe erzählte zu Beginn mehr über die Bedeutung des Europäischen Ziesels (Spermophilus citellus) für den Naturschutz. Die Art zählt zu den geschützten Arten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) und gilt in Österreich als stark gefährdet. Gleichzeitig übernimmt das Ziesel als sogenannter Ökosystem-Ingenieur eine wichtige Rolle im Lebensraum Trockenrasen, da seine Baue und seine Grabtätigkeit zahlreichen anderen Tierarten zugutekommen. Darüber hinaus gilt es als sogenannte „Flagship Species“, also als Symbolart für den Schutz wertvoller Trockenrasenlebensräume.

Im Zuge der Exkursion wurde auch das Zieselprojekt auf der Perchtoldsdorfer Heide vorgestellt. Besprochen wurden unter anderem die regelmäßigen Monitoringmaßnahmen, das Einfangen der Tiere zur Kennzeichnung mittels Mikrochip und zur Kontrolle ihres Gesundheitszustandes sowie das Wiederansiedelungsprojekt, das zwischen 2019 und 2021 durchgeführt wurde. Auch die Bedeutung der Verhaltensregeln auf der Heide wurde thematisiert, da die Rücksichtnahme der Besucher einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Tiere leistet.

Ein weiterer Schwerpunkt der Exkursion lag auf dem Monitoring von für das Ziesel relevanten Prädatoren. Dabei wurden sowohl natürliche Feinde wie Turmfalke und Äskulapnatter als auch vom Menschen begünstigte Prädatoren besprochen. Dazu zählen insbesondere Hauskatzen, freilaufende Hunde sowie angefütterte Krähen, die zusätzlichen Druck auf die Zieselpopulation ausüben können.

Die Exkursion vermittelte den Praktikant:innen nicht nur wertvolles Fachwissen über das Ziesel und seinen Lebensraum, sondern machte auch deutlich, wie viel Aufwand und kontinuierliche Arbeit erforderlich sind, um eine bedrohte Art langfristig zu schützen.